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  • Facharzt-Zentrum QmediKo

Zahnimplantate: Das sollten Sie wissen!

Seit 15 Jahren behandelt Dr.Dr. Peter Romsdorfer in der Praxis für Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie Pescheck / Romsdorfer im DIAK in Schwäbisch Hall. Vor einem halben Jahr kam die Praxis im QmediKo hinzu. In seinem Vortrag zu Implantaten informiert er zu Möglichkeiten und Optionen. 


„Implantate will keiner – aber jeder will schöne Zähne und einen guten Biss und das bis zum Ende des Lebens.“ So begrüßte der Referent Romsdorfer seine 50 Zuhörerinnen und Zuhörer zum Vortrag „Dentale Implantate“ im Facharzt-Zentrum QmediKo. Doch leider gibt es Umstände, welche die eigenen schönen Zähne verhindern, wie beispielswiese Zahnverletzungen, welche Betroffene ein Leben lang begleiten.


Zahnersatz gab es bereits bei den Etruskern Historische Lösungen für Zahnersatz gab es bereits bei den Etruskern in Form von Goldbrücken. Bis vor 50 Jahren gab es nur Brücken und Prothesen, keine andere Möglichkeit, einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Im Grunde war das keine schlechte Versorgung, so der Referent. Dann aber wurden 1952 von Per Ingvar Brånemark entdeckt, dass ein Titanrohr in den Knochen einwachsen kann: „Osseointegrantion“. Diese Behandlungsmethode fand rasch ihren Einzug in die Zahnmedizin, im Jahr 1965 erfolgte das erste Zahnimplantat beim Menschen.


Heute der Standard: Die Osseointegration mittels Titanimplantat Wenn man ein Titanimplantat in den Knochen einsetzt wächst der Knochen in die Mikrostruktur des Implantats ein (nicht innerhalb von Stunden oder Tagen, es braucht einige Wochen). Erst dann spricht man von der Osseointegration = der Knochen ist nun fest mit dem Implantat verwachsen. Bei den Materialien ist Titan nach wie vor „Mittel der Wahl“. In den letzten Jahren ergaben sich als Alternativen Keramik und Zirkon – diese werden genauso gut in den Knochen integriert, problematisch sind allerdings die mechanischen Materialeigenschaften (Brüchigkeit) dies ist auch der Grund, weshalb sich Zirkon bisher nicht am Markt durchsetzen konnte. Die Materialien wurden aber kontinuierlich verbessert, es gibt mittlerweile durchaus verwendbare Zirkonimplantate. Der Vorteil gegenüber Titan ist unteranderem auch die Farbe: Zirkon ist weiß. Die strukturellen Oberflächen der Implantate sind ähnlich: Mikrofeine Poren, in welche der Knochen einwachsen kann. Das Implantat an sich bezeichnet die Schraube welche der Chirurg oder Zahnarzt in den Kieferknochen dreht, diese ist geformt wie ein Dübel. Darauf baut sich das Sekundärteil auf und zum Abschluss die Krone. Das Implantat muss komplett im Knochen sein, nur so hält es und kann die Kaukraft gewährleisten. Schwachpunkt bei Implantaten ist das Sekundärteil – hier können am Zahnfleisch Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen, weshalb die richtige Wahl des Sekundärteils sehr wichtig ist.


Indikationen für Implantate – Welche Rolle spielt das Alter? Nur Babys sind ohne Zähne „Süß“. Die ersten „festen“ Zähne kommen mit 6-7 Jahren – was geschieht, wenn ein Kind sich mit 12 die Vorderzähne ausschlägt? Leider kann man erst mit Abschluss des Gesichtswachstums Implantate setzen. Bis zum 17ten Lebensjahr wächst das Gesicht – und zwar „nach vorne“. Würde man also einem 12-Jährigen ein Implantat setzen, wäre es mit 17 Jahren einige  mm zu weit hinten im Kiefer, da es nicht mit dem übrigen Gesicht mitwächst. Ist die Verwachsung mit dem Knochen einmal erfolgt, ist das nicht mehr änderbar. Darum werden Implantate erst ab dem 17. Lebensjahr eingesetzt. 
Hingegen gibt es kein Höchstalter für das Implantat. Von medizinischer Seite sind auch im hohen Alter den Implantaten keine Grenzen gesetzt – diese wachsen genauso an wie jüngeren Menschen. Es gibt keine biologische Altersgrenze. Allerdings gibt es einen wichtigen Punkt, der beachtet werden muss. Dieser betrifft Medikamente – konkret sind es die Bisphosphonate, die beispielsweise bei Behandlung von Osteoporose oder Knochenmetastasen eingesetzt werden. Diese Medikamente beeinflussen die Knochen ( vor allem auch im Kieferbereich) so, dass hier keine Abheilung stattfinden kann. Darum ist es sehr wichtig, mit dem behandelnden Arzt die Medikamente abzusprechen, die vom Patienten genommen werden.


Herausnehmbarer oder fester Zahnersatz? Grundsätzlich unterscheidet man zwischen herausnehmbarem und festsitzenden Zahnersatz. Das ausführliche Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt ist dabei entscheidend: Was macht Sinn, wo soll es hingehen, was ist das „Richtige“ für mich. Und: Wie sieht das Ganze nach einem Jahr oder später aus? Eine mittlerweile gängige Variante für herausnehmbaren Zahnersatz bildet die sogenannte „Druckknopfprothese“: dies ist die effektivste Methode um mit nur 2 Implantaten eine Prothese zu befestigen, dennoch verbleibt eine Kippachse. Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass die Prothese nicht mehr auf dem Kieferkamm „herumschwimmt“, was eine extreme Verbesserung der Lebensqualität bedeutet. Variante 2 ist eine Stegversorgung: Dieses System hat sich über Jahrzehnte bewährt. Es erfolgt eine gute 3-dimensionale Abstützung der Prothese und die Implantate stützen sich gegenseitig. Eine verlässliche Lösung, die lebenslang hält. Grundsätzlich, so merkt der Arzt an, werden Implantate nicht nur für wenige Jahre, sondern auf Lebenszeit gesetzt. Hochpräzise 3D gefräste Stege sind die heutige Weiterentwicklung dieser Implantat-Lösung, so ist es möglich, ein extrem gut haltendes und schönes Gebiss zu erhalten.


Eine weitere Möglichkeit sind Teleskop Prothesen: Parallel gefräste Einzelzylinder werden als Halteelemente auf die Implantate geschraubt und dienen so der Prothese als Stütze. Vorteil: Vorhandene Zähne können mit den Implantaten kombiniert werden, darüber hinaus sind diese Teleskope extrem zierlich, gut zu reinigen und der Gaumen ist frei.


Bei vielen Patienten fällt die Wahl allerdings auf festsitzendem Zahnersatz: Hier ist heute alles möglich, mit unterschiedlich hohem Aufwand, so der Implantat-Spezialist Romsdorfer.


Der Vorteil des festsitzenden Zahnersatzes liegt auf der Hand: Nichts muss am Abend entfernt werden, der Zahnersatz wird genauso behandelt und gepflegt, als wären es die eigenen Zähne. Im Rahmen der Behandlung können Einzelzahnimplantate oder Implantate als Stützpfeiler für Brücken gesetzt werden. Die Ästhetik ist dabei besonders im vorderen Mundbereich wichtig, die Kaufunktion und Belastung stehen im Bereich der Backenzähne im Vordergrund. Ein fehlender Frontzahn ist dabei eine der schwierigsten Herausforderungen für den behandelnden Arzt, denn das Implantat soll als solches möglichst nicht erkennbar sein. Um dies zu erreichen, muss häufig auch mit zusätzlichem Knochenaufbau gearbeitet werden, wichtig ist es, dabei immer das Zahnfleisch (Gingiva) im Blick zu haben um ein bestmögliches ästhetisches Ergebnis zu erreichen.


Im Seitenzahnbereich gilt es besonders auf Nachbarstrukturen zu achten, die die Implantation hier erschweren können. Im Oberkiefer liegt die Kieferhöhle des Patienten manchmal bereits nach 2 mm unter dem Kieferknochen: Das Implantat würde hier schlicht nicht halten. 
Im Unterkiefer verläuft der Unterkiefernerv, welcher genau mittig durch den Kiefer läuft und für das Gefühl der Lippe zuständig ist. Im schlechten Fall kann eine versehentliche Verletzung des Nervs zu Schmerzen führen, im schlimmsten Fall zu Gefühllosigkeit der Lippen. 
 Fazit: Die umfassende und gründliche Planung eines Implantats, ggf. mit unterstützendem Knochenaufbau, ist unerlässlich.


3D-Diagnostik statt Zirkel beim Knochenaufbau und Implantaten „Keep it simple“ ist das Motto und in 99 % der Fälle genügt bei Knochendefizit die Entnahme aus dem Kieferbereich. Durch die optimierte Planung der Implantate (mittels 3D Diagnostik) wird heute deutlich weniger Knochen benötig als früher. Dies ist auch der Grund, weshalb die Planung, Diagnostik und genaue Befunderhebung die meiste Zeit bei Implantatbehandlungen in Anspruch nimmt. Die digitale Volumentomographie schafft 3-dimensionale Bilder, die eine optimale Planung ermöglichen. Der Arzt sieht so alle Knochen, Nerven, Blutgefäße auf welche er achten muss– früher wurde tatsächlich mit einem Zirkel gearbeitet um das Implantat zu setzen. Am Computer zu planen ist die Eine – die Umsetzung im Mund aber die andere Sache. Dies gelingt heutzutage optimal mit Hilfe von Bohrschablonen, welche anhand der 3D Diagnostk im Computer hergestellt und über den 3D Drucker ausgedruckt werden. Die Implantate werden dann exakt entlang der Planung operiert.


„Feste Zähne an einem Tag“ ist ein Trugschluss Am Anfang der Behandlung steht häufig der Knochenaufbau – im Idealfall dauert es 4 Monate bis dieser verheilt und gut verwachsen ist. Die Operation der Implantate selbst dauert dann nur ungefähr eine Stunde. Die Einheilzeit aber liegt bei weiteren 2-3 Monaten - und erst dann kommen die eigens gefertigten Kronen auf das Implantat. „Feste Zähne an einem Tag“ dieser wohlbekannte Werbeslogan ist daher nur bei wenigen Patienten und genauer Indikationsstellung umsetzbar. Die Verlustrate von Implantaten liegt im Schnitt bei 3 % auf 10 Jahre. „Wenn ein Zahnarzt sagt er hat noch nie ein Implantat verloren, dann hat er entweder noch nie eines gesetzt oder gelogen“, so der Referent. Bei guter Pflege und ohne ggf. auftretende Entzündungen gibt es aber keinen Grund dafür, dass das Implantat verloren geht.


Lohnt der Zahntourismus nach Tschechien? Weshalb sollte man sich in Deutschland behandeln lassen? Der Referent macht das Zustandekommen der vergleichsweise hohen Kosten in Deutschland deutlich: Der Patient profitiert von der umfangreichen Planung, optimalen Durchführung, Versorgung im Nachgang und vielem mehr. Allein die Planung nimmt 2/3 der Zeit bei Implantaten in Anspruch. Hinzu kommt ggf. die Notwendigkeit von Knochen aufbauenden Maßnahmen. Weiter ist auch die Art des Implantats entscheidend: Im Ausland werden häufig sogenannte „Billigimplantate“ verwendet. Die lebenslange Haltbarkeit und Nachversorgung ist bei diesen Implantaten nicht garantiert. Es gibt derzeit mehr als 100 Systemimplantate auf dem Markt, es gibt keine DIN-Norm für Implantate und eine Nachversorgung eines im Ausland gesetzten Implantats ist oft mangels Ersatzteilen schlicht nicht möglich.



Im Facharzt-Zentrum QmediKo finden regelmäßig Fachvorträge zu verschiedenen medizinischen Themen statt, der Eintritt ist frei

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