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Wie Krankheiten Weltgeschichte beeinflussen


Während Historiker eher die Makroebene der Geschichte beleuchten, wie beispielsweise den „schwarze Tod“, der im 16. Jahrhundert 1/3 der europäischen Bevölkerung dahinraffte, konzentrierte Markus Knapp sich im Folgenden auf die Mikroebene, auf das individuelle Schicksal einflussreicher Persönlichkeiten und vor allem auf die von Historikern ungeliebte Frage „Was wäre gewesen, wenn …“. Zum Einstieg zitierte er Blaise Pascal (1623 – 1662), der anhand der Nase der Kleopatra herausgearbeitet hatte, wieweit Kleinigkeiten die Weltgeschichte beeinflussen.


Bedeutende Persönlichkeiten seien erst relativ spät dazu übergegangen, Erkrankungen vor „Ihrem Volk“ zu verbergen. Bis heute halte sich diese Vorgehensweise in Teilen, wie der Referent am Beispiel der Bundeskanzlerin Angela Merkel aufzeigt. Das Zittern der Kanzlerin werde in der Öffentlichkeit heruntergespielt, dies gibt natürlich unendlich Anlass zu Spekulationen über Ihren tatsächlichen Gesundheitszustand.

Als erstes historisch bedeutsames Beispiel ging er auf den viel zu frühen Tod Alexander des Großen 323 v. Chr. ein, der im Begriff war, ein Weltreich aufzubauen. Über die möglichen Todesursachen gibt es keine absolute Gewissheit – die Mutmaßungen reichen von Alkoholsucht über den Schiefhals bis zur Malaria als wahrscheinlichster Variante. War also eine kleine Stechmücke dafür verantwortlich, dass ein Großreich zerfiel, Roms Aufstieg ebenso möglich wurde wie die Entwicklung des Christentums und später des Islam?


Weiter ging es mit der Schlacht von Waterloo am 18.07.1815, bei der das militärische Genie Napoleon eine vernichtende Niederlage erlitt, lethargisch, mit Hämorrhoiden belastet und mit allen Symptomen eines „Burn-out“ versehen. Ein Sprung zu Maria I. von England: Was wäre gewesen, wenn diese nicht nur kurz von 1553 – 1558 regiert hätte und jung an einer Infektion oder einem großen Uterus-Tumor gestorben wäre. Die als „bloody Mary“ bekannte Regentin (unter ihrer Regentschaft wurden 300 Protestanten getötet) wollte den Katholizismus fest England verankern, stattdessen folgte mit Elisabeth I. von England eine Thronfolgerin, die die Church of England durchsetzte und in ihrer 45-jährigen Regierung 1588 die spanische Armada besiegte.

Weiter erläutert der geschichtsinteressierte Arzt, dass der Tod Gustav Adolf von Schweden im 30-jährigen Krieg nicht etwa in selbstmörderischer Absicht erfolgte. Die Erklärung ist so einfach wie simpel: Aufgrund seiner Kurzsichtigkeit und des Nebels verlor er die Orientierung und ritt direkt in die Hände seiner Feinde; Brillen wurden seinerzeit auf dem Schlachtfeld noch nicht benutzt.


Der römische-deutsche Kaiser Heinrich II. (973 – 1024) wurde während seines Italienfeldzugs von schweren Blasen- und Nierenschmerzen heimgesucht, die Benedektinermönche mit einer Dammschnitt-OP mit Heilnarkose beheben konnten; ein für die damalige Zeit sensationeller Eingriff.


Erbkrankheiten als Folge der „Heiratspolitik“ der Königshäuser illustrierte Markus Knapp am Beispiel von Franz I. Kaiser von Österreich, dessen Sohn Ferdinand „der Gütige“ mit einem Wasserkopf leben musste und der als schwachsinnig galt, so dass die Regierungsgeschäfte von einem Gremium unter der Führung von Metternich geleitet wurden.


Als größten Paranoiker der Geschichte bezeichnete er Stalin, der mit politischem Geschick und enormer Brutalität seine Gegner ausschaltete. So nutzte er die Krankheit Lenins (Demenz und Syphilis) und die Ermordung Trotzkis für seinen politischen Aufstieg. 1945 lud er zur Konferenz nach Jalta in dem Wissen ein, dass allein die Anreise für den an Polio erkrankten Roosevelt eine Strapaze darstellen würde. Es gab für Roosevelt „keinen schlimmeren Ort“, an dem in der Folge die Herrschaft Russlands über Osteuropa zementiert wurde.


Die jüngere deutsche Geschichte hätte sich sicher anders entwickelt, wenn Friedrich III. nicht sehr früh (1888) gestorben wäre. Statt eine liberale Richtung einzuschlagen, entwickelte sich Deutschland unter Wilhelm II. in eine ganze andere, autokratische Richtung.


Der Anlass für den I. Weltkrieg entstand in Sarajewo, so die Therorie des Referenten, gleichfalls durch einen medizinisch bedingten Zufall. Franz Ferdinand entging einem ersten Attentat am 28.06.1914 und für die Rückfahrt war eine Alternativroute geplant, die der dehydrierte, gestresste und von Konzentrationsschwäche gezeichnete Chauffeur nicht fand – der Rest ist Geschichte.



Dr. Markus Knapp beim Vortrag vor einem Bildnis Kleopatras

Nach einer Reihe weiterer Beispiele fasste Markus Knapp zusammen, dass ihn der Zusammenhang zwischen individuellen Krankheiten und die schicksalshaften Auswirkungen auf die Geschichte enorm fasziniert. Das ist in dem leidenschaftlichen Beitrag im QmediKo eindrucksvoll von ihm unter Beweis gestellt worden.



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