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Warum braucht mein Herz so viele Medikamente?

“Wenn Sie denken, ich gehe zum Vortrag und kann danach meine Medikamente weglassen, sage ich Ihnen: Nein, das sollten Sie nicht!“

Zunächst stellte der Referent Dr. Markus Knapp klar, dass es aus seiner ärztlichen Sicht ausschließlich 2 Gründe gibt, Medikamente zu nehmen:

1. Das Medikament heilt oder lindert Beschwerden,

2. Das Medikament verbessert die Lebenserwartung.

Mission impossible- oder was ein Medikament alles können muss

Den Zielort im Körper erreichen, an dem es wirken soll ohne vorher abgebaut zu werden, sich mit den Molekülen des Körpers oder eines Erregers verbinden, die im Krankheitsprozess eine wichtige Rolle spielen, später wieder vom Körper abgebaut oder ausgeschieden werden, auch bei Überdosierung nicht giftig sein, für Embryonen unbedenklich sein, nicht zu gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen und auch noch zuverlässig großtechnisch herstellbar sein.

Bis ein Medikament auf dem Markt kommt durchläuft es verschiedene, umfangreiche Phasen und kostet einen Pharmakonzern im Schnitt 1,3 Mrd. US Dollar. Aus diesem Grund sind Medikamente auch so teuer und werden in der Regel erst dann günstiger, wenn nach einigen Jahren der Patenschutz aufgehoben wird und Wettbewerber das Medikament auch – und dann natürlich kostengünstiger -  auf dem Markt bringen können.


Warum braucht mein Herz so viele Medikamente?

Das menschliche Herz ist so komplex wie kein weiteres Organ, darum kann es auch auf so vielen verschiedenen Ebenen erkranken. Die häufigsten Herzerkrankungen sind: Hypertonie, Herzschwäche, Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen.

Für jede einzelne dieser Herzerkrankungen gibt es gleich mehrere unterschiedliche Medikamenten-Gruppen. Die gängigsten Blutdruckmedikamente werden in 4 Wirkstoffklassen unterteilt: ACE-Hemmer/Sartane, Diuretika, Calciumantagonisten und Betablocker. Nicht alle Medikamente wirken bei allen Patienten gleich, nicht alle werden von allen Patienten gleich gut vertragen; können miteinander kombiniert werden, um besseres Ergebnis zu erzielen.


Anschaulich machte der Referent die Wirkung des Medikaments ACE-Hemmer am Beispiel eines Flusses: Liegt der Fluss in einem breiten Flussbett, besteht ein gewisser Druck im Flußbett, verengt sich aber das Flussbett, erhöht sich der automatisch Wasserdruck. Bildlich gesehen geschieht im menschlichen Körper genau dasselbe: Das Blut fließt durch ein geschlossenes Gefäßsystem – der Blutdruck ist beim Gesunden normal. Jedes menschliche Gefäß ist von einer Muskelschicht umgeben. Dadurch sind Blutgefäße in der Lage, durch Kontraktion dieser Muskelschicht den Gefäßdurchmesser zu verändern und so den Blutdruck zu nach oben oder unten anzupassen. Kontrolliert wird dieser, vom Menschen nicht steuerbare Vorgang durch die Niere, die durch ein Fühlsystem den Blutdruck misst und bei Bedarf das Stresshormon Angiotensin bildet, welches eine stark gefäßverengende Wirkung hat. Bei Bluthochdruck wird oft zu viel Angiotensin ausgeschüttet. Die Aufgabe der Medikamentengruppe der ACE Hemmer besteht darin, dieses Stresshormon bei der Umwandlung in das aktive Hormon zu hindern und so dafür zu sorgen, dass der Blutdruck normal bleibt.

So ging der Referent nach und nach die wichtigsten Herzmedikamente durch, dabei immer wieder darauf hinweisend, wie wichtig es ist, Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abzusetzen. Gerade bei Herzpatienten kann dies lebensbedrohlich sein.


Alternative Medikamente und Heilmethoden Auch auf die alternativen Medikamente und Heilmethoden ging der Facharzt für Kardiologie im Folgenden ein und wies ausdrücklich darauf hin, dass für viele Substanzen bisher der wissenschaftliche Wirkungsnachweis fehlt,  d.h.  dass es für die meisten der alternativen Medikamente oder Heilmethoden keine ausreichenden kontrollierten Studien zur Wirksamkeit gibt. Für einige Substanzen (z.B. Vitamine in Hochdosis) waren sogar für den Patienten schädliche Auswirkungen beobachtet worden.   Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Eine Studie hat nachgewiesen, dass die regelmäßige 3 x wöchentliche Einnahme von einem Glas Rote Beete Saft den Blutdruck senkt.

Im Nutzen noch nicht ausreichend belegt aber offensichtlich nicht schädlich sind Omega3-Fettsäuren, die zweifellos lipidsenkend wirken,  Weißdorn-Präparate und das Coenzym Q10, welche jeweils bei Herzschwäche helfen sollen.


Was wirklich hilft

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung (Stichwort Mittelmeerdiät), regelmäßiger Bewegung und verschiedenen Entspannungstechniken kann man selbst viel tun, um einer Herzerkrankung vorzubeugen.

Im Facharzt-Zentrum QmediKo in Schwäbisch Hall finden regelmäßig Fachvorträge zu verschiedenen medizinischen Themen statt, der Eintritt ist frei

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