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„Volkskrankheit“ Venenleiden

Der Gefäßchirurg Dirk Arbogast gab zunächst einen Überblick zum Spektrum einen sogenannten „Gefäßsprechstunde“, sein Arbeitsalltag. Er berichtet dabei von den verschiedenen Symptomen und den Unterschieden zwischen venöser und arterieller Erkrankung.


Das Ultraschallgerät ist dabei das wichtigste Untersuchungsgerät für Venen und deren Blutfluss. Die Patienten werden stehend auf einer speziellen „Kippliege“ untersucht. Hintergrund dafür ist die Schwerkraft. Bei einem stehenden Patienten kann man genau feststellen, ob die Venenklappen funktionieren und ein Rückfließen des Blutes in die Vene erfolgt. Genau dieses „Rückfließen“ verursacht die Venenprobleme, das Blut staut sich auf, die Beine schwellen an. Arterien sind dickwandig und führen das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den Kreislauf. Venen sind dünnwandig, sie führen sauerstoffarmes Blut zum Herzen. In den Venen befindet sich ca 80 % des Blutes, sie sind deutlich dehnfähiger als Arterien.


Erste Signale einer Venenerkrankung

Dies sind auch erste typische Signale einer Venenerkrankung: Müde, schwere und geschwollene Beine. Eine Besserung findet bei Bewegung oder im Liegen statt, eine Verschlechterung durch häufiges Stehen und Sitzen. Die Venen selbst besitzen keine Muskulatur, das Blut darin wird durch die umliegenden Muskeln „bewegt“, also zurück zum Herzen transportiert, weshalb Bewegung den Druck in den Beinen nimmt.


Folgen einer unbehandelten Venenerkrankung

Die Folgen einer unbehandelten Venenerkrankung können Hautveränderungen wie Pigmentierungen, Beinödemen, Geschwüren oder sogar offenen Wunden sein. Darüber hinaus kann eine Venenerkrankung zu Wasseransammlung in den Beinen oder Thrombosen und sogar Embolien führen. Dabei sind nicht immer die Venen die Ursache. Weitere Ursachen können sein ein gestörter Lymphabfluss, Herz- Nieren- oder Leberinsuffizienz, Übergewicht, mangelnde Bewegung oder Thrombosen. Mit Bildern aus der „täglichen“ Sprechstunde machte der Arzt dabei die Hautveränderungen deutlich.

Die „Bonner Venenstudie“ aus den Jahren 2000 bis 2002 an über 3000 Probanden brachte das Ergebnis, dass bei jeder 6. Mann und jeder 5. Frau eine chronische venöse Insuffizienz im Stadium C3 – C6 (mit Ödemen / Hautveränderungen / Ulcus – offenen Wunde) vorliegen. Die als Basistherapie geltenden medizinischen Kompressionsstrümpfe werden allerdings nur von ca. 15 % der Betroffenen getragen. Der Facharzt unterstich in diesem Zuge nochmals wie wichtig Kompressionsstrümpfe und vor allem das regelmäßige tragen dieser für betroffene Patientinnen und Patienten sind. Denn die Strümpfe unterstützen das Bein nur beim Rücktransport des Blutes. Heilen kann ein Strumpf die Vene allerdings nicht, weshalb diese in vielen Fällen lebenslang getragen werden müssen.


Operation bei Venenerkrankungen

Bei der Indikation werden verschiedene Stadien der Venenerkrankung unterschieden: Diese gehen von C0 (keine Zeichen einer venösen Veränderung) bis C6 (aktives Unterschenkelgeschwür). Eine Operation wird in der Regel erst ab der Indikationsstufe C3 durchgeführt (eindrückbares Ödem). Es gibt 2 Methoden der Venenoperation: Zum einen das konventionelle Venenstripping. Hierbei wird die Vene in der Leiste und oberhalb des Innenknöchels operativ freigelegt, unterbunden und „gezogen“. Es handelt sich dabei um einen operativen Eingriff, der in der Chirurgie durchgeführt wird. Diese Methode wird nach wie vor häufig angewandt, da viele Krankenkasse die Lasermethode nicht übernehmen. Bei der Lasermethode wird ein Katheter in die Vene eingebracht und diese unter Energieabgabe (Hitze) verschlossen, die Vene verbleibt dabei im Körper und wird nach und nach (in 4-6 Monaten) vom Körper abgebaut. Das Laserverfahren ist eine sogenannte minimal invasive Therapie. Die Vorteile dieser Behandlung sind das schonende Verfahren (weniger operative Zugänge, weniger Narben), die Gerinnungshemmung muss nicht abgesetzt werden, in Lokalanästhesie durchführbar. Außerdem können beide Beine gleichzeitig behandelt werden und der Eingriff ist für den Patienten weniger traumatisch. Bereits ab dem ersten Tag nach dem Eingriff kann der „normale“ Tagesablauf wieder aufgenommen werden.


Andere Gründe für Beinschwellungen

Geschwollene Beine können neben Venenerkrankungen auch andere Ursachen haben. Hier nennt der Referent als Beispiel das Lymphödem, von dem in der Regel Frauen betroffen sind. Es handelt sich dabei um eine unproportionierte Fettgewebsvermehrung, die meist am Oberschenkel, im Becken und Hüftbereich auftritt. Hier ist eine dauerhafte Kompression absolut notwendig. Ein weiterer Grund für das Anschwellen kann eine Thrombose der tiefen Beinvenen sein. Diese treten akut, fast immer in den unteren Extremitäten auf und gerne nach Ruhephasen wie langen Autofahrten oder Flügen auf. Neben genetischen Faktoren sind Tumorerkrankung, Östrogene, Rauchen, Schwangerschaft und Flüssigkeitsmangel als Ursachen zu benennen. Die Symptome der Thrombose sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Oft ist eine extreme Beinschwellung (meist an nur einem Bein) mit starken Schmerzen als Indikator auszumachen. Sollten Schmerzen am Rippenbogen und Husten hinzukommen, kann dies auf Lungenembolie hindeuten. Bei einem Verdacht auf Lungenembolie erfolgt sofort die Einweisung in ein Krankenhaus zur Abklärung mittels CT und KH. Die Venenthrombose wird mit konsequenter und umgehender Kompressionsbehandlung und Gerinnungshemmungsmitteln behandelt. Eine regelmäßige weitere Kontrolle beim Arzt muss erfolgen.


Dirk Arbogast Gefäßchirurg mvz Schwäbisch Hall


Im Facharzt-Zentrum QmediKo finden regelmäßig Fachvorträge zu verschiedenen medizinischen Themen statt, der Eintritt ist frei

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