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Futter für den Darm!

Wenn keine Diät mehr hilft.

Übergewicht und Adipositas sind ein zunehmendes Problem in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig.


„Die beste Diät, der eine, ultimative Abnehmtrick ist eine Illusion. Es gibt ihn nicht.“ So die Diätassistentin Heike Max.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sei nicht nur die Verwertung von Kohlenhydraten, Zucker oder Fetten ursächlich für Übergewicht und gesundheitliche Beschwerden. Ausschlaggebend für Heißhungerattacken, Stoffwechselstörungen und die Balance des Gesamtorganismus sei unter anderem auch das sogenannte Mikrobiom, sprich der bakterielle Fingerabdruck unserer Darmflora. Der norwegische Ernährungswissenschaftler Dr. Lindberg erklärt zum Beispiel: „Die Ursache von Übergewicht liegt oft nicht in ungesundem Essverhalten, sondern in einem gestörten Gleichgewicht der Darmbakterien“.


Eine einseitige oder stark schwankende Ernährungsweise, Essstörungen und Hungerkuren entziehen dem Organismus seine natürlichen Reserven und stören das Gleichgewicht der bakteriellen Darmflora signifikant. Um abzunehmen und die Figur zu halten, muss demzufolge zunächst das Mikrobiom in eine gesunde Balance gebracht werden.


Das Mikrobiom – der individuelle Fingerabdruck.

Nimmt man alle Mikroorganismen in unserem Körper zusammen, ist vom Mikrobiom die Rede. Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die unseren Verdauungstrakt besiedeln bezeichnet man als innere Mikrobiota (innere Bakteriengemeinschaft, früher Darmflora). Lange Zeit war nicht klar, welche Funktionen die Darmbakterien haben. Heute ist ihre Bedeutung für die Gesundheit unbestritten: „Die intestinale Mikrobiota trägt zur Entwicklung und zum Erhalt des Darmimmunsystems bei, hilft bei der Abwehr von Pathogenen und Toxinen und unterstützt die Verdauung durch die Erweiterung der enzymatischen Kapazität“, sagte Prof. Dr. med. Stephan C. Bischoff, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim.

Jeder Mensch besitzt eine einzigartige Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Darm. Sie ist vergleichbar mit dem individuellen Fingerabdruck.


Der Darm: weit mehr als „nur“ ein Verdauungsorgan.

Die Hauptaufgabe des menschlichen Verdauungstraktes ist die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Dies setzt einen intensiven Kontakt zwischen der inneren Körperoberfläche und der Nahrung voraus. Deshalb ist der Verdauungstrakt kein Schlauch, sondern die Oberfläche ist durch fingerartige Erhebungen - ähnlich wie bei einer Bürste - vielfach vergrößert. Da diese große Oberfläche in direktem Kontakt mit der Außenwelt steht, können über diese "Pforte" leicht krankmachende Mikroorganismen in den Körper gelangen. Um dieses zu vermeiden, besitzt der Darm ein leistungsfähiges Abwehrsystem aus

vielen verschiedenen Immunzellen.


Der Darm ist also nicht nur ein Verdauungstrakt, sondern gleichzeitig das größte Immunorgan des Körpers.

Darmbakterien unterstützen die Abwehrkräfte.

Die Immunabwehr des Darmes wird durch die unzähligen Bakterien, die Mikrobiota, unterstützt. Stuhluntersuchungen haben gezeigt, dass 1.000 bis 1.500 verschiedene Bakterienarten im Darm vorkommen können. Jeder Mensch beherbergt dabei ein individuelles Muster aus etwa 100-200 verschiedenen Bakterienarten. Diese unterstützen die Immunabwehr, indem sie mit eindringenden Artgenossen um Nährstoffe und Platz konkurrieren. Zusätzlich bilden die Darmbewohner antibiotisch wirkende Substanzen, womit sie schädliche Eindringlinge abwehren. Außerdem stärken sie die Immunzellen im Darm, sodass diese schädliche Bakterien schneller bekämpfen können.


Die Darmbakterien als „Figurmanager“.

Geht es ums Gewichtsmanagement sind 3 Bakterienarten von besonderer Bedeutung, so die Referentin Heike Max. Stuhl-Analysen bestätigen: Ist die Darmflora reich an Bacteroidetes-Bakterien, enthalten unsere Ausscheidungen mehr unverbrauchte Kalorien. Sind ausreichend Akkermansia-Bakterien im Stuhl nachweisbar, dann bestehen

meistens keine Gewichtsprobleme. In Studien waren Körpergewicht und Körperfettanteile der Teilnehmer mit ausreichend A. muciniphilia nämlich deutlich niedrigerer als bei Personen, denen der schleimhautschützende Keim fehlte. Ein Überangebot an Firmicutes bedeutet hingegen, dass bis zu 12% mehr Kalorien aus jeder Mahlzeit aufgenommen werden, weshalb die Referentin dieses Bakterium scherzhaft als „Hüftgold-Bakterium“ bezeichnet.



Darmbakterien richtig „füttern“.

Die schlechte Nachricht ist: Wenn zu viele Firmicuten (Hüftgold-Bakterien) im Darm

vorhanden sind, werden aus den Ballaststoffen mehr Kalorien gezogen, als wenn die Bacteroidetes (Figurschmeichler-Bakterien) überwiegen.


Die gute Nachricht aber: Um die Anzahl der figurschmeichelnden Bakterien zu erhöhen, kann man diese tatsächlich „füttern“. Zu Nahrungsmitteln, welche diese Bakterien schmecken gehören beispielsweise unter anderem grüner Tee, Kaffee, Omega 3 Fettsäuren, Möhren, Haferflocken und Äpfel. Da jeder Keim eigene Bedürfnisse hat, kommt es darauf an, ihn mit dem richtigen „Futter“ zu unterstützen und günstige Bedingungen für die Entwicklung der einzelnen Bakterien zu schaffen.


Wer abwechslungsreich isst und auch mal neue Nahrungsmittel ausprobiert, tut seiner Darmflora auf jeden Fall schon eine Menge Gutes.

Auch mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln, die sowohl probiotische Bakterien als auch präbiotische Ballaststoffe enthalten, lassen sich Störungen der Darmflora wieder regulieren.

Nach einigen praktischen Tipps und Rezeptvorschlägen schloss die Referentin Ihren Vortrag mit der Empfehlung: Wer mehr Klarheit in Ernährungsfragen sucht, der kann sich jederzeit an Oecotrophologen und ausgebildete Diätassistenten wenden.


Stuhltransplantationen: Die neue Schlank-Wunderpille?

Dr. Thoralf Stopp gab nach den Ausführungen von Heike Max noch einen kurzen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung bei Stuhltransplantationen. Einfach gesagt haben tatsächlich Forschungen an Mäusen gezeigt, dass bei Stuhl (und somit auch Bakterien-) Transplantationen dicke Mäuse dünn wurden und dünne Mäuse dick. Leider sei dies aber nicht so einfach auf den Menschen übertragbar, so der Gastroenterologe. Es gab leider sogar bereits Todesfälle bei Versuchen am Menschen, da das menschliche Immunsystem extrem heftig auf Fremdbakterien reagiere. Da die Forschung aber erst am Anfang stehe und noch so vieles ungeklärt sei, setzt man nach wie vor große Hoffnung in Stuhltransplantationen, die in erster Linie nicht schlank machen, sondern Krankheiten heilen und Leben retten sollen, so der Facharzt. Als Beispiel hierfür nannte er Infektionen mit einem besonders hartnäckigen Keim, Clostridium difficile. Eine wirksame Therapie existiert: Stuhltransplantationen helfen dem Großteil der Patienten.



Referenten

Heike Max. Diätassistentin

Dr. med Thoralf Stopp, Facharzt für Gastoenterologie, Proktologe


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